1. Juli – Las Vegas Teil 1

Mit meiner Harley Davidson ging es dann von Hollywood über die Route 40 und Interstate 95 Richtung Nordosten. Kurz vor meinem Ziel legte ich noch einen wichtigen Zwischenhalt am Hoover Damm ein. Auf diesem kann man in der Mitte mit einem Fuß in Nevada und mit dem anderen in Arizona stehen. Anschließend setzte ich meine Reise nach Las Vegas fort. Ich verließ die Interstate 95 an der Nord-Ost Allee, um den weltberühmten so genannten „Vegas Strip“, das alte Zentrum aus den 1950er Jahren, über die Fremont Street zu erreichen.

Hier sind auch die klassischen Neonschilder und Hotels, die jeder mit Las Vegas verbindet. So ist es nicht weiter überraschend, dass die Fremont Street in vielen Filmen eine Rolle spielt, darunter z.B. Viva Las Vegas, Diamonds are Forever und Honey I Blew up the Kid. Modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht hat diese Straße jetzt einen überdachten Tunnel aus unglaublichen 12,5 Millionen LED-Leuchten wo hoch über Ihrem Kopf Musikvideos abgespielt werden. Zudem kann man sich, eingeklinkt an Stahlseilen schwebend, fortbewegen. Las Vegas ist einfach eine Showman’s City, eine Stadt für Entertainer und Zuschauer durch und durch.

Als ich auf dem modernen Vegas Strip spaziere, geht die surreale Erfahrung für mich weiter. Ich finde dort den Eiffelturm, die Freiheitsstatue, die Bellagio Wasserspiele mit über 1000 Fontänen, ein Märchenschloss und sogar eine Pyramide; ein riesiger Spielplatz für Erwachsene als Hotel. Jedes Hotel und jedes Kasino kämpft darum größer und besser als das nächste zu sein.

Im Inneren der Hotels und Kasinos gibt es schier endlose Möglichkeiten zum Glücksspiel, von einfachen „einarmigen Banditen“ bis hin zu luxuriösen Kasino-Erlebnissen. Es gibt natürlich Shows mit großen Stars und Entertainern, Gesundheitstempel, feine Restaurants, Ausstellungen, Zirkusse, Rummelplätze, Aquarien… alles, was Sie sich nur vorstellen können und das 24 Stunden am Tag. Sie können sich chic oder leger anziehen, hier ist alles erlaubt.

Im Süden der Stadt ist die seit 1959 bestehende Freed’s Bakery, die Lieblingsbäckerei für viele. Hier bäckt man Kuchen für jede Gelegenheit, die genauso extravagant sein kann wie die Stadt selbst – Roulette-Kuchen, Würfel-Kuchen, Cupcake Türme, sowie eine große Auswahl an glasierten Keksen, Gebäcken, Makronen und Riegel.

Hier geht’s zum Rezept des Dice Cakes (Würfel-Kuchen)

Es ist leicht sich auf Vegas einzustimmen. Es ist eine Stadt zum Genießen, für Spaß und das Unerwartete, für Glamour und Glitzer. Die Strike Gold Donuts passen perfekt in dieses Ambiente.

Hier geht’s zum Rezept des Strike- Gold- Donuts

Es scheint als gäbe es wirklich nichts, was man hier nicht tun kann. Wenn man dem Trend für das Unerwartete folgt, findet man die „Retro Bakery“ auf dem Durango Drive mit einigen abenteuerlichen Geschmäckern -Kombinationen wie Vanille Cupcakes mit einer Füllung aus Ahornsirup und gebratenen Speckstückchen, und ihr besonderer Chocolate Cupcake mit Salted Caramel Buttercreme als Topping.

Bewertungen für diese Bäckerei beinhalten immer und immer wieder das Wort „ausgezeichnet“ – also muss sie gut sein!

Ich möchte mehr darüber herausfinden, wie und warum diese Stadt überhaupt existiert, also schauen Sie bald wieder vorbei für weitere Informationen über Amerikas verrücktestes Reiseziel.

15. Juli – Las Vegas Teil 2

Wie versprochen kommt nun etwas über die interessante Entstehungsgeschichte.

Heute ist Las Vegas die bevölkerungsreichste Stadt in Nevada und bezeichnet sich als Entertainment/Unterhaltungs-Hauptstadt der Welt. Ursprünglich wuchs die Stadt um ein Mormonen-Fort auf der Strecke zwischen Los Angeles und Salt Lake City.

1905 erreichte die Union Pacific Railroad die Stadt und im Jahre 1906 wurde das Golden Gate Hotel (damals noch das Nevada Hotel) auf der Fremont Street eröffnet. Es ist das älteste Hotel und Kasino, das noch heute in Vegas besteht.

1931 gab es eine weitere große Veränderung als der Staat Nevada ein Gesetz änderte, das nun Scheidungen nach nur 6 Wochen Ehe ermöglichte und Glücksspiel erlaubte (in den meisten Staaten der USA ist Glücksspiel heute noch stark eingeschränkt). Sie können sicher den Anreiz der Gegend verstehen, vor allem durch die Lage nahe der Staatsgrenzen zu Arizona, Kalifornien und Utah!

Es erscheint etwas ironisch, dass eine Stadt, deren Wachstum teilweise auf einfachen Scheidungen beruht, jetzt so voller Hochzeitskapellen ist. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs und wuchs Las Vegas bis die Stadt, nur umgeben von Wüste, zu der Licht-Show wurde, die sie heute ist. Sie ist so hell, dass sie nachts von der internationalen Raumstation ISS zu sehen ist.

In den vergangenen Tagen bin ich mit Marylin Monroe Bus gefahren und ich sah wie Elvis Touristen zusammen mit anderen Elvis Doubles fotografierte, typisch für Las Vegas.

Im Venecian Hotel neben dem innenliegenden Canale Grande hatte die Tintoretto Bakery eine erstaunliche Auslage mit Toffee-Äpfeln in jeder denkbaren Geschmacksvariation. Riesengroßes Gebäck und Cookie Cakes sind dort sehr beliebt. Sie sind so groß wie Teller und werden oft bei Feierlichkeiten anstelle von Kuchen verwendet. Gebäcke mit Las Vegas Motiven sind hier natürlich Standard. Unter anderem fand ich diese Billiard Cookies.

Hier geht’s zum Rezept des Billiard Cookies

So schwer es auch sein mag einen Ort zu verlassen, an dem man sich auf Wasserrutschen vergnügen, Bulldozer fahren oder ein Vermögen verlieren (oder gewinnen) kann, wird es aber wieder Zeit für ein wenig Realität!

Ich glaube nicht, dass ich all dies an meinem nächsten Halt finden werde. Es wird Zeit für mich Las Vegas zu verlassen und mein nächstes Ziel anzusteuern; eine Stadt für Künstler und bekannt für seine Pueblo- Bauten.